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Pressemittteilung:


    Berlin, 23. Dezember 1997

Betr.: Virtual Touchscreen in der Ausstellung „Bundeshauptstadt Berlin“
 

Weltweit erster Einsatz eines Virtual Touchscreen in einer medienübergreifender Architekturpräsentation der Ausstellung „Bundeshauptstadt Berlin“


In einer Ausstellung des Bundesbauministeriums wird erstmalig ein Virtual Touchscreen zur Veranschaulichung eines Architekturmodells eingesetzt. Die Präsentation kombiniert verschiedenste Medien mittels einer speziell entwickelten Präsentationssoftware. Die Möglichkeiten der Interaktion erschließen den Stadtraum Berlin auf völlig neuartige Weise.


(BERLIN)

Im Informationszentrum zur Hauptstadtplanung, dem ehemaligen Staatsratsgebäude in Berlin-Mitte (Schloßplatz 1), wird die Ausstellung „Bundeshauptstadt Berlin“ gezeigt. Sie ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau zum Umzug von Regierung und Parlament von Bonn nach Berlin. Im Gebäude befindet sich auch die Dienststelle Berlin des Bundeskanzleramtes und das Büro des Beauftragten der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Außerdem unterhält die Bundesstadt Bonn hier ein Informationsbüro.

Die Ausstellung dient der Darstellung der Bautätigkeit von Regierung und Parlament in Berlin. Ein Hauptbestandteil ist dabei ein 8 m x 4 m großes städtebauliches Modell der Innenstadt Berlin zwischen Kurfürstendamm und Alexanderplatz im Maßstab 1:1000. Da ein Architekturmodell dieser Größe für den Betrachter nicht mehr ohne Erläuterung überschaubar ist, erwies sich bei der Neugestaltung der Ausstellung eine computergestützte medienübergreifende Präsentation als das schlüssigste Konzept.

Die Planung der Ausstellung und der Einsatz des Modells wurde von Dipl.-Ing. Siegfried Paul und seiner Firma media pool konzipiert, die für die Einrichtung und Programmierung der Modellpräsentation die Berliner Firma SCREENGARDEN, Dipl.-Ing. Peter Strzygowski beauftragte.


Touchscreen in Aktion In diesem Projekt wurde erstmalig eine Kombination verschiedenster Medientechnologien wie Virtual Touchscreen, Großbild-Plasmamonitor und spiegelabgelenkte Scheinwerfer/ Scanner mittels einer speziell entwickelten Präsentationssoftware verknüpft und gesteuert.

Der Ausstellungsbesucher steuert die Präsentation mit Hilfe eines Gestikterminals. Dafür wird die Bedienungsoberfläche auf einen Tisch projiziert. Es können über fünfzig Standorte wie Parlament, Regierung, Landesvertretungen, Botschaften und Sehenswürdigkeiten mittels Kurzwahlfeldern direkt angewählt werden. Ein großer, positionsvariabler Stadtplan er&wbr;möglicht zudem einen intuitiven Zugang zu weiteren wichtigen Punkten in Berlin. Zum gewählten Ort werden zusätzliche Bild- und Textinformationen auf einem 40"-Conrac-Plasma-Bildschirm eingeblendet. Zwei direkt von der Präsentationssoftware gesteuerte spiegel-abgelenkte Scheinwerfer (Scanner) beleuchten als Lichtzeiger den genauen Ort auf dem Modell und vereinfachen so die räumliche Orientierung im Stadtraum. Zudem sind die Lichtzeiger entsprechend der Funktionen der Gebäude farblich kodiert, diese Kodierung findet sich auf der Bedienoberfläche wieder.

Das Gestikterminal wird hier weltweit zum ersten Mal öffentlich eingesetzt. Dieses Gerät ermöglicht die berührungslose Steuerung von Computerprogrammen, indem es den Bildschirminhalt auf eine beliebige helle Fläche projiziert. Durch diese Technik konnte ein aktives Eingabefeld mit 125 cm Bilddiagonale realisiert werden. Eine neben dem Projektor installierte Kamera filmt gleichzeitig die Projektionsfläche. Spezielle Software kann durch einen Bildvergleich die Aktionen der menschliche Hand identifizieren und deren Zeigefinger als Mousezeiger interpretieren. Dieses Verfahren bietet zahlreiche neue Möglichkeiten: Die Größe des Bildes ist im Vergleich mit herkömmlichen berührungssensitiven Bildschirmen kaum beschränkt. Die Geräte können abseits, z.B. an der Decke angebracht werden und sind so gegen Vandalismus relativ sicher. Dadurch können wesentlich leichtere und elegantere Konstruktionen gewählt werden. Nicht zuletzt läßt sich die Projektionsfläche leicht sauber halten.

Mittels der neuentwickelten Präsentationssoftware lassen sich sämtliche Geräte steuern, für die eine PC-Schnittstelle erzeugt werden kann. Auch die Steuerung einer Präsentation durch externe Geräte ist möglich.

Für Veranstaltungen vor größeren Gruppen und für Informationssysteme, wie bei Schulungsmaßnahmen oder auf Messen, in Ausstellungen oder Museen eröffnen sich damit völlig neue Möglichkeiten.



Dipl.-Ing. Peter Strzygowski
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